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Betreuungsplan Fieber Impfungen Reiseapotheke (Link zu Dr. Peter Voitl)

Allgemeines   Warum wird geimpft?   Der österr. Impfplan für Säuglinge, Kinder und Jugendliche
Infektionskrankheiten im Kindesalter   Impfreaktionen   Auffrischungsimpfungen im Erwachsenenalter
Was passiert bei einer Infektion?   Echte Kontraindikationen   Impfabstände
Was ist eine Impfung?   Falsche Kontraindikationen

IMPFUNGEN

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ALLGEMEINES
Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen, die der Medizin heute zur Verfügung stehen. Die modernen Impfstoffe, und vor allem die Mehrfachimpfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen sind selten. Das Ziel des Impfens ist, den Geimpften vor einer ansteckenden Erkrankung zu schützen. Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten ist es sogar möglich, einzelne Erreger regional, national und global auszurotten.

INFEKTIONSKRANKHEITEN IM KINDESALTER
Eine Reihe von Infektionskrankheiten tritt hauptsächlich im Kindesalter auf, sie werden häufig als „harmlos“ eingeschätzt. Dabei wird oft vergessen, dass auch harmlose Kinderkrankheiten manchmal gravierende Komplikationen mit bleibenden Spätschäden hinterlassen können. Darüber hinaus können Kinder auch Erwachsene anstecken, was bei letzteren wieder schwere Folgen haben kann.

WAS PASSIERT BEI EINER INFEKTION?
Krankheitserreger, die in den Körper eindringen, werden mit den Abwehrstoffen = Antikörpern des Immunsystems bekämpft. Wird der Körper zum ersten Mal mit einem Erreger infiziert, dauert es einige Tage, bis er genügend spezifisch auf die Krankheitserreger gerichtete Antikörper produziert hat. Während dieser Zeit können sich Krankheitserreger noch vermehren und es kommt zur Erkrankung. Bei einem späteren Kontakt des Körpers mit dem gleichen Erreger ist das Immunsystem in der Lage, diesen zu erkennen und sofort zu bekämpfen. Dank dieses Abwehrsystems kommt die Krankheit nicht zum Ausbruch. Nach einer Infektion sind wir gegen den jeweiligen Erreger meistens immun.

WAS IST EINE IMPFUNG?
Durch die Impfung werden dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger zugeführt. Der Körper produziert nun gezielt Antikörper, ohne dass die Krankheit ausbricht. Somit werden wir gegen diese Krankheiten gewappnet, d.h. wir entwickeln eine Immunität. Je nach Art des Impfstoffes besteht der Immunschutz über Jahre, oftmals für das ganze Leben. Mit der Impfung wird demnach eine natürliche Infektion nachgeahmt, man kann sie auch als vorgezogene und kontrolliert verlaufende Infektion ansehen. Der wichtige Unterschied: Nach der Impfung tritt keine Erkrankung ein. Nur in sehr seltenen Fällen kann es nach der Impfung zu ähnlichen Krankheitserscheinungen kommen wie nach einer natürlichen Infektion. Diese verlaufen in den meisten Fällen aber mild und klingen bald wieder ab.
Zur Vorsicht sollten nach einer Impfung wie bei einer ganz leichten Infektion, z.B. einem Schnupfen, alle außergewöhnlichen Belastungen vermieden werden.
Das Immunsystem soll Gelegenheit haben, eine gute Abwehr gegen den Erreger aufzubauen. Dafür braucht es auch ein wenig Zeit. Nach etwa zwei Wochen ist der Impfling dann gegen die jeweilige Krankheit geschützt.

WARUM WIRD GEIMPFT ?
Die Möglichkeit, Kinder durch eine Impfung sicher vor Infektionskrankheiten zu schützen, wurde in den 50er und 60er Jahren als ungeheurer medizinischer Fortschritt begrüßt.
Weil manche der damals gefürchteten Infektionskrankheiten wie die Kinderlähmung aufgrund des hohen Prozentsatzes an geimpften Kindern heute viel seltener vorkommen, fühlen wir uns sicher.
Kleinere Epidemien (d.h. gehäufte Krankheitsausbrüche) an Masern oder unzählige Fälle von Keuchhusten zeigen uns aber, wie wichtig die Impfung möglichst aller Kinder noch immer ist. Fachleute betonen aber immer wieder, dass ein umfassender Impfschutz nicht nur für das einzelne Kind, sondern gerade auch für die noch ungeimpften Säuglinge und andere aus gesundheitlichen Gründen ungeimpfte Kinder große Bedeutung hat. Die Impfung, d.h. der Immunschutz, ohne krank zu werden, ist noch immer die zuverlässigste Prophylaxe.
In allen Ländern wird durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht, möglichst alle Kinder durch frühzeitige Impfungen vor Kinderkrankheiten zu schützen. In Österreich gibt der Oberste Sanitätsrat regelmäßig Impfempfehlungen heraus, nach denen geimpft werden sollte, um möglichst alle Kinder umfassend zu schützen.
In jedem Falle sollten Sie sich vor der Impfung Ihres Kindes über die Bedeutung der geplanten Schutzimpfung informieren. Darüber hinaus sollten Sie aber alle offenen Fragen mit Ihrem Arzt besprechen.

IMPFREAKTIONEN
Impfreaktionen wie Rötung, Schwellung, Schmerzhaftigkeit im Bereich der Impfstelle oder auch erhöhte Temperaturen werden werden bei Totimpfungen innerhalb der ersten 72 Stunden nach erfolgter Impfung beobachtet. Nach der MMR Impfung (Mumps, Masern, Röteln) kann es zwischen dem 7. Und 12. Tag zu einer leichten, masernähnlichen Symptomatik mit erhöhten Temperaturen kommen.
Neben diesen normalen Impfreaktionen sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen äußerst selten.

ECHTE KONTRAINDIKATIONEN

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen sollten frühestens 2 Wochen nach Genesung geimpft werden:
    Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung sind bis zur Klärung der Ursache eine Kontraindikation gegen eine nochmalige Impfung mit dem gleichen Impfstoff.
  • Impfhindernisse können Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs sein. In Betracht kommen vor allem Neomycin und Streptomycin sowie in seltenen Fällen Hühnereiweiß. Personen, die nach oraler Aufnahme von Hühnereiweiß mit anaphylaktischen Symptomen reagierten, sollten nicht mit Impfstoffen, die Hühnereiweiß enthalten (FSME, MMR, Gelbfieber), geimpft werden.
  • Im Falle eines angeborenen oder erworbenen Immundefekts sollte vor der Impfung mit einem Lebendimpfstoff der, den Immundefekt behandelnde Arzt konsultiert werden. Die serologische Kontrolle des Impferfolges ist bei Patienten mit Immundefizienz angezeigt.
  • Nicht dringend indizierte Impfungen sollten während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden, dies gilt vor allem für Impfungen mit Lebendimpfstoffen gegen Gelbfieber, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen. Eine versehentlich in der Schwangerschaft durchgeführte Impfung mit Lebendimpfstoffen, auch gegen Röteln, ist jedoch keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.
  • Gegen Impfungen während der Stillperiode gibt es, bis auf die oben angeführten, keine Einwände.

FALSCHE KONTRAINDIKATIONEN

  • Häufig unterbleiben indizierte Impfungen, weil bestimmte Umstände irrtümlicherweise als Kontraindikationen angesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel:
    banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen einhergehen
  • ein möglicher Kontakt des Impflings zu Personen mit ansteckenden Krankheiten
  • Krampfanfälle in der Familie
  • Fieberkrämpfe in der Anamnese des Impflings (da fieberhafte Impfreaktionen einen Krampfanfall provozieren können, ist zu erwägen, Kindern mit Krampfneigung Antipyretika zu verabreichen: z.B. bei Totimpfstoffen zum Zeitpunkt der Impfung sowie jeweils 4 und 8 Stunden nach der Impfung und bei der MMR-Impfung zwischen dem 7. und 12. Tag im Falle einer Temperaturerhöhung)
  • Ekzem u. a. Dermatosen, lokalisierte Hautinfektionen
  • Behandlung mit Antibiotika oder mit niedrigen Dosen von Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten
  • angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen
  • Neugeborenenikterus
  • Frühgeburtlichkeit (Frühgeborene sollten unabhängig von ihrem Geburtsgewicht entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden.)
  • chronische Erkrankungen sowie nicht progrediente Erkrankungen des ZNS
  • (indizierte Impfungen sollen auch bei Personen mit chronischen Erkrankungen durchgeführt werden; sie sind durch schwere Verläufe und Komplikationen impfpräventabler Krankheiten besonders gefährdet. Personen mit chronischen Erkrankungen sollen über den Nutzen der Impfung im Vergleich zum Risiko der Krankheit aufgeklärt werden. Es liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, dass eventuell zeitgleich mit der Impfung auftretende Krankheitsschübe ursächlich durch eine Impfung bedingt sein können.)

DER ÖSTERREICHISCHE IMPFPLAN FÜR SÄUGLINGE, KINDER UND JUGENDLICHE

siehe Betreuungsplan

AUFFRISCHUNGSIMPFUNGEN IM ERWACHSENENALTER
Gegen Diphterie, Tetanus, Polio und Pertussis soll alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Bei Überschreiten dieses Intervalls kann nicht mehr mit einem sicheren Schutz gerechnet werden. Auch in diesem Fall kann jedoch eine wirksame Auffrischungsimpfung durchgeführt werden (man muß also nicht mit dem Impfschema „von vorne“ beginnen).
Ganz generell stellt das im obigen Impfplan angegebene Alter eine Empfehlung als „Richtlinie“ dar. Wird dieser Zeitpunkt aus irgendeinem Grund (z. B. akute Erkrankungen) versäumt, kann jede dieser Impfungen zum ehestmöglichen Termin nachgeholt werden (siehe unten).

IMPFABSTÄNDE
Die sich aus dem Impfplan ergebenden Impfabstände sollten nicht unterschritten werden (Beipackzettel beachten). Für einen langdauernden Impfschutz ist von besonderer Bedeutung, daß bei der Grundimmunisierung der erforderliche Mindestzeitraum zwischen vorletzter und letzter Impfung nicht unterschritten wird. Impfreaktionen vorausgegangener Impfungen sollten vor erneuter Impfung vollständig abgeklungen sein.

Es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen. Jede Impfung gilt. Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muß nicht neu begonnen werden!

Für Abstände zwischen unterschiedlichen Impfungen gilt:

  • Lebendimpfstoffe (attenuierte, vermehrungsfähige Viren oder Bakterien) können simultan verabreicht werden; werden sie nicht simultan verabreicht, ist in der Regel ein Mindestabstand von 4 Wochen einzuhalten.
  • Bei Schutzimpfungen mit Totimpfstoffen (inaktivierte Krankheitserreger, deren Antigenbestandteile, Toxoide) ist die Einhaltung von Mindestabständen zu anderen Impfungen, auch zu solchen mit Lebendimpfstoffen, nicht erforderlich.